Das Togo ist einer von den kleinsten afrikanischen Staaten und erstreckt sich von Norden nach Süden über 700 Km mit einer Breite von nicht mehr als 100 Km. Das Land zählt 6.643 Millionen Einwohner (Zahlen von 2012). Seine Bevölkerung ist jung. 60% der Togolesen sind unter 25 Jahre alt. Im Wesentlichen ist das Land landwirtschaftlich geprägt. Nur 38% der Bevölkerung wohnt in städtischen Zentren, hauptsächlich in der Hauptstadt des Landes, in Lome, die allein schon mehr als eine Million Einwohner zählt, also 1/6 der Bevölkerung.

Zur jüngsten Geschichte Togos

1960 wird das Togo unabhängig. Ermordung des Präsidenten und Staatsstreiche spiegeln die ersten politischen Jahre dieses jungen Landes. 1967 übernimmt Eyadéma Gnassingbé die Macht und regiert als alleinherrschender bis 2005.

Gleich bei seinem Machtantritt missachtet er demokratische Prinzipien und legt der Opposition einen Maulkorb an. Ein Terrorklima treibt 25‘000 Togolesen in ein Massenexodus.

Die ersten Jahre des Regimes sind auf wirtschaftlicher Ebene glänzend. Das rohstoffreiche Land verfügt in seinen Bodenschätzen über ein gewaltiges Ausmass an Phosphat, dessen Preis 1970 verdreifacht wird. Zudem ist der Hafen von Lomé ein strategischer Punkt für die Exportwaren der Staaten nördlich von Togo, die über keinen Zugang zum Meer verfügen.

Während dieser Zeit schliesst die Regierung zahlreiche Darlehensverträge für eine angebliche Industrialisierung des Landes ab, in Wirklichkeit aber wird ein Grossteil der  öffentlichen Finanzen und Einnahmen des Landes vom diktatorischen Regime unterschlagen.

Der Zerfall der Rohstoffpreise in den 80er Jahren und die zunehmende Verschuldung des Landes zwingt das Togo zu konkreten Massnahmen zur Verbesserung seiner Lage, koordiniert vom IWF (Internationale Währungsfond). Zur Vorschrift werden Sparmassnahmen und Privatisierung.

Zu Beginn der 90er Jahren wird die Machtposition zunehmend angefochten und die sozialen Unruhen grollen. Mehrere Aufstände werden hart unterdrückt. Diese Feindseligkeiten verursachen erneut eine Massenflucht nach Ghana und Benin (140‘000 Menschen).

Am 5. Februar 2005, stirbt der Präsident  Eyadéma Gnassingbé, der das Land während 38 Jahren präsidierte.

2005 erfolgt die Machtübernahme durch seinen Sohn Faure Gnassingbé mit Hilfe der Armee. Im Anschluss an blutigen und gewaltsamen Kämpfen und auch infolge eines internationalen Drucks, der den Staatsstreich anzeigt, tritt Faure Gnassingbé als Präsident zurück und verkündet aber seine Kandidatur für eine neue Präsidentschaftswahl. Faure Gnassingbé wird mit über 60% Stimmen zum Wahlsieger.

Wenn auch die Opposition einen massiven Wahlbetrug anprangert, so betrachtet Frankreich und der französische Staatspräsident Jacques Chirac – der langjährige Freund der Familie Gnassingbé – die Volkswahlen als zufriedenstellend. Faure Gnassingbé ist heute noch an der Macht.

Nach 15 Jahren der wirtschaftlichen Stagnation (1990-2005) hat Togo seit 2007 die Lage verbessern können. Togo ist nach wie vor stark durch die Landwirtschaft geprägt und der Agrarsektor ist für die nationale Wirtschaftvon grosser Bedeutung (38.1% des BIP –Bruttoinlandsprodukt – im Jahre 2012).

Durch die niedrige landwirtschaftliche Erzeugung wird der wirtschaftliche Aufstieg im betreffenden Sektor gebremst. Zumal die Betriebe klein sind und das Mechanisierungsgrad der landwirtschaftlichen Betriebe unzureichend ist. Auch die schlechten Kenntnisse über Bewässerungsanlagen und die Abgeschiedenheit bestimmter Gebiete, sowie Hemmnisse beim Zugang zu Landbesitzstoppen einen Aufstieg. Folglich lebt 73% der Landbevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. (Zahlen von 2011).