Peru zählt 29.99 Millionen Einwohner (Zahlen von 2012) und ist das drittgrösste Land in Südamerika.

Rund 72 % der Bevölkerung lebt in städtischen Gebieten. Lima hat die höchste Einwohnerzahl von Peru und ist auch die Hauptstadt (8.5 Millionen Einwohner). Lima ist auch das bedeutendste wirtschaftliche Zentrum des Landes.

Die verbreitetste Sprache in Peru ist Spanisch, das von ca. 70% der Bevölkerung gesprochen wird. Lange Zeit war es die einzige, offizielle Nationalsprache, obwohl diese amerikanischen Indianer und Nachkommen der Inkas ca. 45% der peruanischen Bevölkerung ausmachen. Die gebräuchlichste indigene Sprache, das Quechua, wird erst seit 1975 anerkannt.

Zur jüngsten Geschichte Perus

Die Jahre 1980 bis 2000 stellen die gewalttätigsten Phasen in der jüngeren Geschichte Perus dar.

„Sendero Luminoso“  (Leuchtender Pfad) ist eine terroristische, peruanische maoistische Gruppierung, die sich der Macht widersetzt, während das Land dabei immer tiefer in einen Bürgerkrieg abgleitet.

Zu Beginn legt die Bewegung im ländlichen Raum und in den Gebirgszonen Hand an: Druck auf Bauern, Enteignungen, Ermordungen, Land in Brand gesetzt, Entführungen…

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Die Opfer und traumatisierten Bevölkerungsgruppen, entfliehen in Massen in die Städte. Diese haben jedoch keine Infrastruktur um sie aufzunehmen und es kommtzur EntstehungderSlums, ohne jegliche Aussicht auf Arbeit.

Angesichts der Terroranschläge durch „Sendero Luminoso“ und der Korruptionsskandale, wählt das eingeschüchterte peruanische Volk bei den Präsidentschaftswahlen von 1990 Alberto Fujimori.

Um die wirtschaftliche Lage im Land zu verbessern, setzt Fujimori strenge und harte Massnahmen fest. Es gelingt ihm, die Inflationsrate von 7‘650% im Jahr 1990 auf 139% im darauf folgenden Jahr 1991 zu sinken.

Da jedoch die Abgeordneten seinen Reformen Widerstand leisten, löst er 1992 den Kongress auf und setzt eine Verfassungsänderung in Kraft. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Staatsunternehmen privatisiert werden, was die Rahmenbedingungen für eine Marktöffnung verbessert und es entsteht ein günstigeres Investitionsklima und gewährleistet so ein besseres Management.

Gleichzeitig führt Fujimori eine autoritäre Präsidentschaft. Auf die Anschläge vom „Sendero Luminoso“ reagiert er, indem er dem militärischen Generalstab freie Hand gibt, die mutmasslichen terrorverdächtigen Personen zu verhaften und diese bei Militärgerichtshöfen heimlich zu verurteilen.

Die Grundrechteund die Freiheiten des Einzelnen sind eingeschränkt. Zugleich ermuntert er die Bevölkerung, ihre eigene, ländliche Patrouille zu bilden, die für Sicherheit im ländlichen Raum sorgen soll, was eine wachsende Angst und ein Misstrauensklima schafft. Tausende Peruaner werden festgenommen oder ermordet, manchmal grundlos.

Die Guerillatätigkeiten nehmen 1992 ab. Abimael Guzman, der Initiator der Bewegung, wird verhaftet, was dem „Sendero Luminoso“ einen harten Schlag versetzt.

Fujimori führt auch ein Programmverfahren zur  Zwangssterilisierung ein. Zwischen 1995 und 2000 werden 400‘000 Personen sterilisiert, vorwiegend Eingeborene aus den benachteiligtenGebieten, mit dem Ziel, in der armen peruanischen Bevölkerungsschicht einenRückgang der Geburtenzahl zu erreichen.

Fujiori wird im Jahr 2000 wegen Korruption abgesetzt und flüchtet nach Japan. 2009 wird er durch das Gericht von Lima, insbesondere wegen Menschenrechtsverletzung, zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die heutige Wirtschaft in Peru ist vom internationalen vernetzten Umfeld stark beeinflusst. AusländischenInvestoren wird es leicht gemacht,indenSektoren Bergbau und Erdöl anzulegen. Auch die Privatisierung deröffentlichenDienste,wie Stromversorgung und Telekommunikation, wird erleichtert.

Diese Liberalisierung betrifft direkt die Landbevölkerung in ihren Lebensbedingungen und ihren Arbeitsplätzen. Das Überleben der kleinen, lokalenInitiativen wird durch die Grossunternehmer gefährdet.

Die letzte Guerilla Widerstandsgruppe des LeuchtendenPfades wurde erst 2012 festgenommen und im Süden des Landes, wo die Kokapflanzen angebaut werden, gehen heute noch die Kämpfe unaufhörlich weiter.